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René Wagenhäuser absolviert seine 25. Wachsaison an der Ostsee – Auszeichnung durch den DLRG-Bundesverband

25 Sommer für die Sicherheit in der Lübecker Bucht

René Wagenhäuser von der DLRG Schonungen blickt auf ein Vierteljahrhundert im Zentralen Wasserrettungsdienst Küste zurück. Vom ersten Wachdienst als Jugendlicher bis zur Verantwortung als Wachleiter einer der größten Wasserrettungsstationen Deutschlands hat er Generationen von Urlaubern an der Lübecker Bucht geschützt. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde er nun vom DLRG-Bundesverband ausgezeichnet. Der Bericht erzählt von prägenden Einsätzen, gelebter Kameradschaft und dem Wandel der Wasserrettung im Laufe von 25 Jahren.

TIMMENDORFER STRAND/SCHONUNGEN. Es begann mit den Erzählungen von Freunden. 1994 kamen sie aus Timmendorfer Strand zurück, im Gepäck Geschichten vom Wachdienst an der Ostsee – von Booten, von Einsätzen, von Sommern am Meer. Für den damals 16-jährigen René Wagenhäuser stand danach fest: Im nächsten Jahr will er dabei sein. Er trat der DLRG Schonungen bei und legte noch im Herbst desselben Jahres seine Rettungsschwimmerprüfung ab.

Im August 1995 war es so weit. Gemeinsam mit zwölf weiteren Schonungern fuhr er zu seinem ersten Wasserrettungsdienst an die Küste. Aus dem einen Sommer wurden viele. In diesem Jahr hat Wagenhäuser seine 25. Wachsaison absolviert – und ist dafür nun vom DLRG-Bundesverband ausgezeichnet worden.

Vom Wachgänger zum Wachleiter

Bis 2017 verbrachte Wagenhäuser seinen Jahresurlaub Sommer für Sommer in der Lübecker Bucht. Anfangs als Wachgänger und Bootsführer, schon bald in der Wachleitung: Er verantwortete den rund acht Kilometer langen Strandabschnitt zwischen dem Brodtener Steilufer und der Kammer für den Bereich Timmendorfer Strand/Niendorf.

Wenn der Urlaub der Familie gehört

Dann kam eine andere Lebensphase. Wer im Wasserrettungsdienst mitfährt, gibt dafür seinen kompletten Jahresurlaub her – und der gehörte nun der Familie. Mit seiner Frau Martina, die er 2018 ebenfalls am Timmendorfer Strand heiratete, und den beiden Kindern blieb Wagenhäuser der Küste zwar treu, aber in ganz anderer Funktion: als Urlauber im Fischerort Niendorf, mehrmals im Jahr.

Ganz losgekommen ist er von der Wache trotzdem nie. 2021 kehrte er zurück – und erneut in diesem Jahr. Beide Male übernahm er Verantwortung in der Wachleitung der größten Wasserrettungsstation an der deutschen Küste, die nach dem Zusammenschluss der Wachen Niendorf, Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug und Sierksdorf entstanden ist. Zum Wachgebiet gehören 24 Stationen entlang der Ostseeküste sowie zwei Badeanstalten an Binnenseen im Landesinneren. Auf der Ostsee sind neun Boote im Einsatz, dazu kommen fünf ATVs und eine Wachstärke von bis zu 70 Wachgängerinnen und Wachgängern. Langeweile kommt dort selten auf.

Drei Einsätze, die bleiben

25 Jahre Wachdienst, das sind vor allem: Kameradschaft, Sonnenbrand, gemeinsame Abende nach Dienstschluss – und Freundschaften fürs Leben. Es sind aber auch Einsätze, die man nicht vergisst. Drei sind Wagenhäuser besonders in Erinnerung geblieben.

Ein 17-Jähriger, der sich beim lebensgefährlichen Sprung von der Seebrücke in Timmendorfer Strand überschätzte und sich eine schwere Halswirbelsäulenverletzung zuzog. Ein Schwimmer, der trotz langer Wiederbelebungsversuche seinen Badetag nicht überlebte. Und schließlich vier Tage, in denen 22 Menschen aus dem Wasser geholt werden mussten – sie waren trotz gesetzter roter Flagge und damit geltendem Badeverbot ins Wasser gegangen und kamen nicht mehr eigenständig an Land.

Von der Badehose zur digitalen Leitstelle

Wie sehr sich der Wachdienst verändert hat, lässt sich an der Ausrüstung ablesen. Als Wagenhäuser anfing, bestand die Ausstattung eines Rettungsschwimmers im Wesentlichen aus Badehose, Flossen, Pflastern und Verbandpäckchen.

Heute kommt ein Großteil der Wachmannschaft aus dem Rettungsdienst. AED und Sauerstoffkoffer gehören zur Grundausstattung der ATVs, für die Suche kommen Drohnen zum Einsatz. Und die Hauptwache ist inzwischen eine kleine Leitstelle, von der aus die Einsätze digital disponiert werden.

Die Urkunde kam beim Grillabend

Überreicht wurde die Auszeichnung dort, wo im Wachdienst die wichtigen Dinge besprochen werden: beim wöchentlichen gemeinsamen Grillabend der Wachmannschaft. Nikolaus Pastilé vom DLRG-Bundesverband übergab die Urkunde für 25 Wachjahre, gemeinsam mit Christoph Niemann, 1. Vorsitzender der DLRG Haffkrug-Scharbeutz.

Niemann hob in seiner Rede vor allem eines hervor: die lange gemeinsame Wegstrecke. Jahr für Jahr hatten die beiden ihre Wachen nebeneinander geführt – Wagenhäuser als Wachleiter in Timmendorf, Niemann als Wachleiter in Scharbeutz. Aus der Zusammenarbeit über die Abschnittsgrenze hinweg, so Niemann, sei über die Jahre weit mehr geworden als kollegiale Absprache.

Der nächste Urlaub in Niendorf ist bereits gebucht – über Weihnachten, mit der Familie. Und auch in den kommenden Sommern wird man René Wagenhäuser in der Lübecker Bucht antreffen. Wahrscheinlich eher als Badegast. Der Wache aber wird er eng verbunden bleiben.

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